Piercing Pflege – Tipps für Heilung und richtige Nachsorge



PIERCINGPFLEGE

Wir empfehlen: 

Prontolind  Piercings am Ohr, Gesicht, Bauchnabel, Intim, usw
Meridol  Zunge & Mundraum
Octenisept  NUR bei Infektionen      + weitere wichtige Infos

 

 

 

Du hast ein neues Piercing bekommen? 

Bitte vergiss nicht zum Kürzen des Schmucks zu kommen wenn es abgeheilt ist, weil es sonst zu Komplikationen kommen kann!

 

 

 

Schmuckwechsel:

Der Schmuck sollte erst gewechselt werden, wenn der Piercer bestätigt hat, dass die Heilung vollständig abgeschlossen ist. Zu frühes Wechseln kann das Gewebe reizen und Infektionen begünstigen.

✦ Selber Wechseln: Bitte wechsle deinen Schmuck erst nach der unten angegebenen maximalen Abheilungszeit selbst.

Ein früherer Wechsel sollte von uns durchgeführt werden, damit wir den Heilungsstand prüfen und den Schmuck unter optimalen hygienischen Bedingungen einsetzen können. Dabei verwenden wir unseren zertifizierten Schmuck.
 

 

 

Heilungsdauer: (bei optimaler Pflege) 

    Ohr-Piercings: 6-12 Monate

    Nasenpiercing: 2-6 Monate

    Zungenpiercing: 4-6 Wochen

    Bauchnabelpiercing: 6-12 Monate

    Intimpiercing: 4-6 Wochen

 

 

 

 

Tipps zur Pflege:

Wasche deine Hände vor der Pflege deines Piercings

Nutze Micro-Brushes, sterile Wattestäbchen oder Mulltücher

Trage lockere Kleidung und vermeide Druck auf das Piercing, um Reizungen zu verhindern.

Hände weg vom Piercing: Vermeide unnötiges Anfassen oder Drehen, um Infektionen vorzubeugen.

Reinige erst die “verkrustete” Seite des frisch gestochenen Piercings bevor du es zB etwas bewegen musst um die andere Seite zu reinigen. So verhinderst du das getrocknetes Blut in den Stichkanal gelangt und diesen reizt. Wir empfehlen starke Verkrustungen vorher aufzuweichen in dem man zum Beispiel duscht. Verkrustungen werden beim duschen aufgelöst und lassen sich besser entfernen.

Drehe das Piecing NICHT in der Abheilphase! (Der Schorf kann durch das Drehen den Wundrand aufreißen)

Kein Make-Up oder Parfüm in der Nähe des Piercings bis es geheilt ist

Vermeide in der Abheilphase Aktivitäten, bei denen das Piercing gereizt wird (zB.: Sport, schwimmen, starke Hitze/ Sauna)

Vermeide es deine PTFE-Stäbe zu verformen (zB. durch drauf beißen, starkes knicken, Beschädigungen durch falsches Werkzeug, etc) dadurch kann der Stichkanal gereizt werden und es können sich Bakterien ablagern / ansammeln

Vermeide in der Abheilphase Kontakt zu fremden Körperflüssigkeiten um dein Infektionsrisiko zu minimieren 

✦ Keine Blutverdünnenden Medikamente wie zB Aspirin etc. die ersten 3 Tage nach dem Piercing

 

 

 

 

 

PROBLEMBEHANDLUNG

 

Anzeichen einer Infektion:

Achte auf Symptome wie:

Stark gerötete und geschwollene Haut

Eiterbildung

Anhaltender Schmerz oder Fieber

Sollten diese Anzeichen auftreten, verwende Octenisept und konsultiere deine Piercerin / deinen Piercer oder einen Arzt.

Dieses Pflegeprodukt erhältst du bei uns oder in der Apotheke.

 

 


 

Granulationsgewebe:

Das ist neues Gefäß- und Bindegewebe, das der Körper bildet, um eine Wunde zu schließen. Bei Piercings kann es zu viel werden, wenn der Bereich ständig gereizt ist.

Typisch bei:

  • zu langem / drückendem Schmuck
  • Bewegung / Hängenbleiben
  • Schlafdruck
  • Feuchtigkeit
  • leichte Entzündung

Es sieht oft aus wie ein weicher roter Knubbel direkt am Stichkanal. Behandlungsmöglichkeiten: 

  1. Schmuck optimieren
  2. Reiz wegnehmen
  3. sanfte Reinigung
  4. trockenes Milieu / passende Pflege


Pflegeempfehlung Zuhause:

 

Variante A     ( feucht / nässend / weich )

Morgens & Abends

  1. Prontolind Piercing Spray aufsprühen
  2. 1 Minute einwirken
  3. überschüssige Feuchtigkeit vorsichtig trocken tupfen
  4. trocken lassen

Variante B     ( trocken / gereizt / wund )

Morgens & Abends

  1. reinigen wie oben
  2. danach hauchdünn Dexpanthenol punktuell an Randbereich
  3. nicht dick einschmieren

Unbedingt vermeiden:

  • drehen / spielen
  • drücken
  • ausdrücken
  • Q-Tips Fusseln
  • Make-up / Haarprodukte drauf
  • Schlafen auf der Seite
  • häufiges Desinfizieren mit Alkohol

EMPFEHLUNG:

Komm zu uns zu einem Check!

Ansonsten: Hände weg

Bei Ohrpiercings: Haare wegclipsen, Reisekissen / Donut-Kissen, sauberer Kopfkissenbezug


 


 

Keloide (“Wildfleisch“):

Ein Keloid ist eine Narbenwucherung. Der Körper produziert zu viel Kollagen. Das Gewebe wächst über die eigentliche Wunde hinaus und wird fest. Dafür gibt es spezielle Methoden zur Behandlung:

1. Wildfleisch-Discs:

Diese speziellen Silikonscheiben helfen, den Druck auf das Wildfleisch zu reduzieren und fördern den natürlichen Rückgang.

Setze die Wildfleisch-Discs wie von deiner Piercerin empfohlen ein.

Trage die Discs kontinuierlich, bis das Wildfleisch zurückgeht.

 

WICHTIG:

Wildfleisch sollte möglichst frühzeitig behandelt werden, da in diesem Stadium die besten Erfolgsaussichten bestehen. Wir bieten mehrere Methoden zur Behandlung an und damit lässt sich die Bildung häufig gut kontrollieren oder deutlich verbessern.

Bleibt Wildfleisch jedoch über einen längeren Zeitraum unbehandelt, kann es sich zunehmend verhärten und stark ausbilden. In solchen Fällen ist eine Behandlung oft aufwendiger und kann unter Umständen nur noch durch einen chirurgischen Eingriff erfolgen, bei dem das überschüssige Gewebe entfernt wird.

Daher empfehlen wir, sich bei ersten Anzeichen von Wildfleisch frühzeitig von uns beraten zu lassen, um möglichst schonende und effektive Behandlungsmöglichkeiten nutzen zu können.


 

 

PFLEGEPRODUKTE

 

Prontolind: 

Verwende es 2 x Täglich, um das Piercing sanft zu reinigen. Sprühe es direkt auf das Piercing und den umliegenden Bereich. Oder gib einen Tropfen des Mittels an den Ein-&Ausgang des Stichkanals. Lasse es einwirken und trocknen. Verwende es bis es abgeheilt ist.

 

 

Meridol: 

Für die nächsten 4-8 Tage gilt:
Verwende nach jedem Essen (höchstens drei mal täglich) eine handelsübliche, antibakterielle, alkoholfreie Mundspülung (z.B. Meridol). Zusätzlich kann nach Bedarf, z.B. nach dem Rauchen, mit kaltem Kamillentee gespült werden.

Da Zahnbürsten eine Brutstätte für Keime darstellen, empfiehlt es sich, eine neue zu verwenden.

Das Rauchen sollte in der Heilungsphase so weit wie möglich reduziert werden, keinesfalls sollte am Tag des Piercens geraucht werden!

Die folgenden Ernährungseinschränkungen gelten für die nächsten 4-8 Tage:
Keine Fruchtsäuren, keine stark zuckerhaltigen Lebensmittel (Cola, Limonade, etc.), keine „splitternden“ Lebensmittel (Chips, Cracker, Nüsse, etc.) und keine Milchprodukte.
Nimm zumindest während der ersten 3-4 Tage weder Alkohol noch acetylsalicylsäurehaltige Arzneien (z.B. Aspirin, ASS Ratiopharm) ein.

 

 

Octenisept:

Wende Octenisept nicht täglich an, sondern nur bei Bedarf = Bei Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung oder Eiterbildung. Verwende es sparsam, um das natürliche Gleichgewicht der Haut nicht zu stören.

Gib einen Tropfen auf die Betroffene Stelle und reinige den Bereich vorsichtig damit.

WICHTIG
Hinweise aus Fachquellen raten davon ab, Octenisept bei Knorpelpiercings (z. B. Helix, Tragus) zu verwenden.

Warum?
    •    Der Wirkstoff Octenidin kann auf Knorpelgewebe problematisch wirken (teilweise als „knorpeltoxisch“ beschrieben).
    •    Es gibt Hinweise, dass er die Wundheilung im Knorpel beeinträchtigen oder das Gewebe reizen kann.
    •    Deshalb wird oft empfohlen, ihn nicht regelmäßig auf Knorpel anzuwenden.
    •    Bei Knorpel gelten strengere Regeln, weil er schlechter durchblutet ist und empfindlicher reagiert.

Was stattdessen empfohlen wird:
    •    Sterile Kochsalzlösung (NaCl) oder Meerwasser-Spray (Apotheke)
    •    Spezielle, milde Piercing-Pflegelösungen ohne aggressive Desinfektionsstoffe

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